COSCHÜTZER
Innovation und Tradition
Industrie und Gewerbe mit Geschichte und Zukunft — an der Schnittstelle Dresden und Freital
Über ein Jahrhundert Industriegeschichte
Von der sächsischen Maschinenfabrik zum lebendigen Gewerbe-Biotop — eine Geschichte aus Gründergeist, Zerstörung, Enteignung und neuem Anfang. Über drei Generationen.
Gründung
Otto Hänsel hatte die Vision eines Systemanbieters für Maschinen und Anlagen zur Herstellung und Verpackung von Genussmittel / Süsswaren. Auf dem Gelände der Coschützer Straße 88 in Freital entwickelte er Prozesstechnik und Verpackungsmaschinen für die Süsswarenbranche. Ergänzend investierte er in die Herstellung von Verpackungsmaterialien — damals auf Basis gewachster und alukaschierten Folien, denn Kunststofffolien gabs damals noch nicht.
Damit war Otto Hänsel bereits in den 30 Jahren einer der ersten Systemanbieter überhaupt.
Auf einem Gewerbegrundstück von ca. 22.000 m² entstanden seinerzeit sehr rasch moderne, lichtdurchflutete Hallen für den Bau der Verpackungsmaschinen sowie ein außergewöhnlicher 5-geschossiger Stahlbetonbau für die Packmaterialproduktion. Die Tragfähigkeit vom 1 to/m² sowie ein großdimensionierter Lastenaufzug erlaubten einen optimalen Materialfluss „von oben nach unten“ — bis zur Konfektionierung und zum Versand der Materialien, die den Kunden eine reibungslose Produktion der Genussmittel garantieren konnten.
Otto Hänsel wurde in der Branche bereits vor 100 Jahren schnell ein wichtige Marke; die Maschinen wurden in die ganze Welt exportiert.
Zerstörung und Demontage
Ein schwerer Luftangriff 1943 zerbombt das Gelände und eine der großen Maschinenhallen massiv. 80 Mitarbeiter überleben den überraschenden Angriff nicht.
1945 werden — nach Kapitulation und Kriegsende — verbliebene Anlagen als „Reparation“ für den Transport in die Sowjetunion vorbereitet.
Die zerstörte Halle wird nie wieder in ihrer ursprünglichen Form aufgebaut.
Wiederaufbau
Otto Hänsel wagt dennoch einen Neubeginn — ein Akt sächsischen Unternehmertums.
Enteignung
Die DDR enteignet den Betrieb. Er wird als „VEB Schokopack“ in das neue DDR-Kombinat NAGEMA (NAhrungs- und GEnussmittelMAschinen) integriert.
In den Folgejahrzehnten wird das Gelände zunehmend vernachlässigt — Schulden und Altlasten häufen sich.
Die Geländesubstanz verschlechtert sich sichtlich.
Stilllegung
Nur wenige Wochen nach dem Mauerfall wird der „Betriebsteil Freital“ des Kombinats NAGEMA zum 31.12.1989 stillgelegt. Was bleibt: Eine heruntergekommene, abgewirtschaftete Industriebrache.
Rückführung in Familienbesitz
Im Rahmen der Marktwirtschaft wagen in den neuen ostdeutschen Bundesländern etliche Unternehmen und „Start-Ups“ die unternehmerische Selbstständigkeit — was häufig mangels Kapital und Kreditfähigkeit aussichtslos erscheint.
Daher verhandelt Dr. Ralf-Otto Hänsel — Enkel des Gründers — mit der Treuhandanstalt in Berlin die Restitution der Immobilie, um Neugründungen in Sachsen eine Heimat und Chance zu bieten.
1992 erfolgt die Restitution bzw. der Rückkauf. Dr. Ralf-Otto Hänsel investiert ca. 5 Mio Euro: Die erste Welle der Altlastenbeseitigung und Sanierung des Geländes läuft an.
1993 ist es soweit. Die ersten Jungunternehmer ziehen ein.
Ein lebendiges Biotop
Das Gewerbegebiet „Coschützer“ auf ca. 22.000 m² ist ein sehr lebendiges Biotop — kooperativ, integrativ, zukunftsorientiert.
Die Narben der DDR-Geschichte sind bleibend sichtbar. Denn die grosse Maschinenhalle wurde nie ersetzt. Hingegen kamen in den 70er Jahren Behelfsbauten im DDR-Stil hinzu.
Heute ist die Substanz sehr gut und gepflegt.
Rund 25 Mieter beheimatet das Gelände — Produzenten, Ingenieure, Kreative, Handwerker. In über 30 Jahren ist ein gewachsener Mikrokosmos entstanden, dessen Stärke die Vielfalt und der Zusammenhalt seiner Akteure.
22.000 m² Gewerbeareal in Dresden / Freital
Eine Mischung aus historischen Industriebauten und funktionalen Gewerbeeinheiten — Zentral und unweit der TU-Dresden und von Forschungsinstitutionen wie z.B. der FhG (Fraunhofer Gesellschaft).
Die Nutzung ist bewusst gemischt: Produktion, Werkstatt, Lager und Büro lassen sich kombinieren. Das macht den Standort attraktiv — für junge Unternehmen mit unkonventionellem Platzbedarf ebenso wie für etablierte Handwerksbetriebe.
Gebäude auf dem Gelände
Shed-Halle
Die charakteristische Sägezahn-Halle — lichtdurchflutet und vielseitig nutzbar für Produktion, Werkstatt und Lager.
Hochhaus
Das markante 5-geschossige Fabrikgebäude am Eingang — entkernt und bereit für neue Nutzung.
Ehem. Neues Heizhaus
Das ehemalige Heizhaus — heute umgenutzt als Gewerbefläche.
Ehem. Altes Heizhaus
Historischer Bau mit industriellem Charakter.
Flachbau
Eingeschossiger Bau — ideal für Werkstatt und Lager.
Nebengebäude
Ergänzende Nutzflächen auf dem Gelände.
Historischer Schornstein
Das weithin sichtbare Wahrzeichen des Geländes — ein Industriedenkmal.
Potentiale: Hochhaus
Das markante weiße Fabrikgebäude am Eingang des Geländes — sichtbares Wahrzeichen der „Coschützer“ neben dem historischen Schornstein. Vollständig entkernt, Dach nagelneu. Innen: leere Lofträume für die richtige Idee.
Das Gebäude ist ein Betonskelettbau aus 1930 — im Innern auf 2 Säulen — der für die Packmittelproduktion errichtet wurde. Tragfähigkeit 1 to/m² sowie adäquater Lastenaufzug.
Der Ausbauaufwand hängt von der geplanten Nutzung ab — ob Entwicklung und Prototypbau, Produktion, Atelier, Labor oder Bürofläche. Die Substanz ist gesichert. Der Rest ist Gestaltung.
- Fläche~1.100 m² (Optional 1.400 m²)
- ZustandEntkernt, Dach neu
- GeschosseMehrgeschossig
- AusbauNach Nutzungskonzept
Sicherheit: Kontrollierte Eingänge und anspruchsvolle Massnahmen an der Aussenhülle erlauben relativ preiswert sehr hohe Sicherheitsstandards.
Potentiale: Montagehalle
Zum 1.7.2026 wird in der grossen Shedhalle eine Teilfläche von ca. 1.000 qm frei — ebenerdig und mit Rolltorzufahrt. Ein kleinerer Bürotrakt ergänzt die leere Halle.
Die Halle ist ideal für die Fertigung von Bauelementen und Komponenten und komplexen Maschinen — aber auch als (saubere) Lagerhalle.
Heute
In über 30 Jahren ist auf der „Coschützer“ etwas Besonderes gewachsen: eine Gemeinschaft aus Produzenten, Tüftlern und Unternehmern, die sich gegenseitig kennen, unterstützen und zusammenhalten.
Die Heterogenität ist kein Zufall — sie ist das Prinzip. CNC-Fräser neben Medienproduzenten, Fahrzeugbauer neben Ingenieurbüros. Wer hier mietet, wird Teil eines lebendigen Mikrokosmos, der organisch gewachsen ist — nicht am Reißbrett entworfen.
Der Zusammenhalt ist real. Er zeigt sich in gemeinsamer Nachbarschaft, in kurzen Wegen, in gegenseitigem Vertrauen. Manche Mieter sind seit den frühen 1990er Jahren hier — andere kommen neu hinzu und werden Teil des Ganzen.
Sprechen Sie uns an
Eigentümer & Ansprechpartner
Interesse an einer Fläche? Fragen zum Hochhaus? Oder einfach neugierig auf den Standort? — Melden Sie sich direkt. Unkompliziert und persönlich.